Tahitiperlen und ihre Klassifizierung

Rund: nahezu perfekte Kugel mit einer Durchmesserabweichung von höchstens 2 %. Dies sind die seltensten und teuersten Perlen.

Halbrund (beinahe rund): sphärische Perle mit einer Durchmesserabweichung zwischen 2 % und 5 %. Montiert wirken sie rund, sind jedoch günstiger.

Halbbarock: Tropfen-, Birnen-, Oval- oder Knopfform. Der Durchmesser weicht um mehr als 5 % ab, es besteht jedoch eine Symmetrieachse; häufig für Anhänger verwendet.

Barock: unregelmäßige Perle ohne definierte Form oder Symmetrieachse; fällt in keine der obigen Kategorien.

Geringelt (Circled): Perle mit einem oder mehreren konzentrischen Ringen.
Die Qualitätsbeurteilung kombiniert zwei Merkmale: den Zustand der Oberfläche und den Lüster (Glanz). Sie erfolgt mit bloßem Auge.
Oberflächenzustand: mögliche Merkmale sind z. B. Grübchen, Kratzer, Riefen, Falten, Rillen, Vertiefungen, Dellen, organische Ablagerungen, Beulen, Blasen, Auswüchse oder milchige Entfärbungen.
Lüster bezeichnet die (mehr oder weniger) perfekte Reflexion des Lichts auf der Perlenoberfläche; er hängt von Regelmäßigkeit, Dicke und Anordnung der Perlmuttschichten ab. Sehr guter Lüster erzeugt einen Spiegeleffekt, fehlender Lüster wirkt matt.
Kodifizierung der Oberflächenqualität bei gezüchteten Tahiti-Perlen:

Kategorie A: höchstens ein kleiner Mangel (oder eine Gruppe leichter Mängel) auf ≤ 10 % der Oberfläche. Sehr schöner Lüster.

Kategorie B: einige leichte Mängel auf ≤ 30 % der Oberfläche. Lüster: sehr schön bis mittel.

Kategorie C: leichte Mängel auf ≤ 60 % der Oberfläche. Lüster: sehr schön bis mittel.

Kategorie D: entweder leichte Mängel auf > 60 % der Oberfläche (ohne tiefe Mängel) oder eine Mischung aus leichten und tiefen Mängeln auf ≤ 60 %. Lüster: sehr schön, schön, mittel oder gering.
Da jede Perle einzigartig ist, besteht die Aufgabe des Juweliers darin, Mängel zu kaschieren: sie beim Fassen zu überdecken (A) und auf die verdeckte Seite zu legen, wenn die Perle getragen wird (B & C). Sichtbare Mängel auf der Vorderseite treten ggf. bei Kategorie-D-Perlen auf.
Neben der Farbe ist es die Größe, die Tahiti-Perlen von weißen asiatischen Perlen unterscheidet.
Gemessen wird der Durchmesser (bei halbbarocken Formen an der breitesten Stelle).
Die kleinsten haben einen Durchmesser von 7,5 mm. Der Durchschnitt liegt bis etwa 11,5 mm.
Über 12 mm sind Perlen seltener und machen nur einen kleinen Teil der Ernte aus.
Perlen > 14 mm sind außergewöhnlich; Stücke hoher Qualität sind besonders gesucht.
Die Handelsbezeichnung kann irreführend sein: „schwarze Tahiti-Perlen“ sind nicht alle schwarz; der Name leitet sich von der verwendeten Austernart ab, Pinctada margaritifera (Schwarzlippige Perlenauster).
Die Farbpalette reicht von reinem Weiß bis tiefem Schwarz über viele Grau-Nuancen, Pfauengrün, Aubergine, Blau, Gold-Braun und sogar regenbogenartige Überfarben. Diese Farben sind natürlich und variieren je nach Spendergewebe (Transplantat), Aufzucht und Lagune.
Farbe ist kein Qualitätskriterium; sie ist Geschmackssache.
Zur exakten Bestimmung nutze ich eine Farbskala. Der Buchstabe (c, r, e) nach der Farbe gibt die Seltenheit an: c = klassisch, r = selten, e = außergewöhnlich.
Auffällig ist, dass sehr „knallige“ Farben häufiger mit mehr Mängeln einhergehen, da sie oft von den dünneren, fragileren Endbereichen der Transplantate stammen.
Form
Oberflächenqualität
Größe in mm
Farbe
Farbseltenheit



