Die neuesten Informationen über die Perlenzucht auf Tahiti

Montag 13 Dezember 2021

Perlenzucht in der Krise: Mangel an Transplanteuren und Strategien zur Belebung des Sektors


Laut den Daten des Instituts für Statistik von Polynesien (ISPF) sind die Perlenexporterlöse um die Hälfte eingebrochen – von 5 Milliarden FCFP im Jahr 2019 auf nur noch 2,5 Milliarden FCFP im Jahr 2020. Dieser starke Rückgang, verschärft durch die Pandemie, hat mehrere Herausforderungen deutlich gemacht, darunter den Mangel an Transplanteuren.

Seit zwei Jahren sind die chinesischen Transplanteure, die einen wesentlichen Teil der Arbeitskräfte ausmachten, in ihrem Herkunftsland blockiert. Dies führte zu einem Rückgang der Produktion von Qualitätsperlen. Auf dem Markt von Papeete hat sich das Perlenangebot halbiert, was zu Spannungen unter den Schmuckhändlern führt. Heiani Riaria, eine Verkäuferin, stellt fest: „Früher haben wir bis zu 1 000 Stück gekauft, und jetzt haben wir 500. Die Preise haben sich ebenfalls verdoppelt – die Perlen werden nun zwischen 500 und 1 000 FCFP verkauft, gegenüber 250–300 FCFP zuvor.“

Trotz des Rufs der chinesischen Arbeitskräfte für ihre Effizienz und ihre erschwinglichen Kosten wird es dringend notwendig, mehr lokale Transplanteure auszubilden. Fanny Yip, Geschäftsführerin eines Juweliergeschäfts, betont die Bedeutung der Unterstützung und Ausbildung lokaler Transplanteure, um die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften zu verringern. „Es ist entscheidend, Strukturen zu schaffen, um unsere lokalen Transplanteure besser auszubilden und zu begleiten“, erklärt sie.

Im Jahr 2020 ist die Zahl der Produzenten im Vergleich zu 2018 um 80 gesunken. Trotz dieser Situation bleiben die Branchenfachleute optimistisch. Sie suchen aktiv nach Lösungen, um diese lebenswichtige Industrie für Polynesien neu zu beleben, und hoffen auf eine vielversprechendere Zukunft für das schwarze Gold des Meeres.

Montag 6 Dezember 2021

Tiefe Krise in der Perlenzucht in Polynesien: Alarmierende Bilanz und dringender Reformbedarf


Das Scheitern der Reform von 2017, die auch vier Jahre nach ihrer Einführung kaum Ergebnisse liefert, sowie die „alarmierenden“ Umweltauswirkungen in den Lagunen geben Anlass zu großer Sorge um dieses wichtige Exportprodukt des Territoriums.

Während die Tahiti-Zuchtperle diese Woche ihr 60-jähriges Bestehen auf der Messe Poe Ma'ohi im Hilton Tahiti feiert, beleuchtet der detaillierte Bericht der CTC, der den Zeitraum von 2015 bis 2021 abdeckt, die zunehmenden Schwierigkeiten des Sektors. Obwohl die Perlenzucht lange Zeit das wichtigste Exportprodukt des Landes war und 2014 noch 8,6 Milliarden FCFP einbrachte, sank dieser Betrag 2020 – einem Jahr schwerer Wirtschaftskrise – auf nur 2,5 Milliarden FCFP. Die großen Herausforderungen dieses Sektors können nicht länger ignoriert werden.

Der Bericht zeichnet die bewegte Geschichte der Perlenzucht nach: vom Aufschwung in den 1980er-Jahren über die Krise der 1990er-Jahre, die durch ein Virus verursacht wurde, bis hin zu einer Phase des Wohlstands, die 1999 ihren Höhepunkt erreichte. Doch seit diesem Höhepunkt befindet sich der Sektor in einem stetigen Abwärtstrend, wobei der Exportpreis pro Gramm Perle von 1 710 FCFP im Jahr 2000 auf 472 FCFP im Jahr 2019 gefallen ist.

Die Reform von 2017, die von der Regierung von Édouard Fritch durchgeführt wurde, um von einer Massenproduktion auf eine Qualitätsproduktion umzustellen, wird weitgehend als gescheitert angesehen. Die 2021 festgelegten Produktionsquoten haben sich als ineffektiv erwiesen, die Genehmigungen zur Nutzung des öffentlichen Raums wurden chaotisch vergeben, und ein Drittel der Produzenten – mit einer Gesamtfläche von 1 300 Hektar – hat seit 2017 nichts produziert. Auch die Übertragung von Verantwortlichkeiten auf die Fachleute und das Management des Governance-Wechsels werden als Fehlschläge bewertet.

Ein weiteres großes Problem ist die Umweltverschmutzung, die mit der Perlenzucht in Verbindung steht. Seit 40 Jahren haben sich auf mehreren perlenproduzierenden Inseln Abfälle angesammelt. Besonders die Lagunen von Takaroa und Takapoto haben erhebliche Schäden erlitten, deren Sanierung kostspielige Maßnahmen erfordert.

In ihren Empfehlungen fordert die CTC das Land auf, schnell zu handeln und ab 2021 sieben konkrete Maßnahmen umzusetzen. Der Präsident des Landes, Édouard Fritch, kündigte an, bis Ende des Jahres eine neue sektorale Politik einzuleiten und diese Empfehlungen umzusetzen. Die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum der Tahiti-Perle müssen daher von einer dringenden Reform des Sektors begleitet werden, um seine Zukunft und Nachhaltigkeit zu sichern.

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