Die neuesten Informationen über die Perlenzucht auf Tahiti

Montag 23 Juni 2025

Belpearl lässt sich in Tahiti nieder, um den internationalen Markt für Perlenzüchter zu öffnen


An diesem Samstag nahmen rund fünfzig Perlenzüchter an einem von dem Unternehmen im Intercontinental organisierten Symposium teil – ein klares Zeichen für den Willen, lokale Produzenten enger mit den Anforderungen des Weltmarktes zu verknüpfen.

Belpearl ist seit 1990 in Französisch-Polynesien präsent. Das Familienunternehmen wurde von der aus dem Libanon stammenden Familie Hajjar gegründet und begleitet bereits 25 lokale Farmen. Dank seiner Erfahrung in Japan, Hongkong und nun auch in Tahiti hat sich Belpearl als einer der wichtigsten Akteure im internationalen Perlenhandel etabliert.

Ein lokales Büro zur Bewertung, Sortierung und Vermarktung

Freddy Hajjar, zukünftiger Leiter des Büros in Papeete, erläutert das Konzept: „Wir werden im Stadtzentrum einen Ort einrichten, an dem die Perlenzüchter ihre Partien zur genauen Schätzung abgeben können. Viele wissen nicht, wie viel ihre Perlen tatsächlich wert sind, weil die Sortierung oft unzureichend ist.“

Belpearl plant, die Produzenten kostenlos in modernen Sortiertechniken zu schulen, die auf Technologien der künstlichen Intelligenz basieren, wie sie bereits in der Diamantbewertung verwendet werden. Diese Begleitung soll den Fachleuten helfen, besser auf die Markterwartungen zu reagieren.

Gerüchte bekämpfen und direkt informieren

Ziel dieser Initiative ist es auch, Unklarheiten rund um die Verkäufe zu beseitigen. „Wenn wir Perlen zu guten Preisen international verkaufen, hören wir vor Ort gegenteilige Gerüchte – das ist typisches Buschfunk-Radio. Es ist entscheidend, die Wahrheit zu sagen und den Züchtern die Werkzeuge zu geben, um ihre Verkäufe nachzuvollziehen und den Wert ihrer Produkte zu verstehen“, betont Freddy Hajjar.

Für Steve Pommier, Perlenzüchter in Arutua und Vorsitzender des Lagunenbewirtschaftungskomitees, ist diese neue Transparenz von großem Wert: „Wir konzentrieren uns oft auf die Produktion, ohne zu wissen, was die Käufer wirklich wollen. Dieser direkte Marktbezug hilft uns, unsere Aufzucht besser auf Qualität, Größe und Farbe auszurichten.“

Direkter Zugang zum Weltmarkt

Arii Sichoix, Perlenzüchter auf den Gambierinseln, begrüßt die Eröffnung des Büros: „Dank Belpearl haben wir Zugang zum Markt in Hongkong mit einer reduzierten Kommission von nur 5 %. Das beseitigt auch unsere Abhängigkeit von einem einzigen lokalen Zwischenhändler. Auch wenn dieser – Robert Wan – viel zu unserer Entwicklung beigetragen hat, ist es Zeit für einen Wandel.“

Die Ankunft von Belpearl in Tahiti ersetzt nicht die bestehenden Akteure, sondern erweitert die Absatzmöglichkeiten für Perlenzüchter und fördert eine offenere Marktstruktur.

Zuchtstationen: Der Schlüssel zur Lösung des Nacktmangel-Problems

Die internationale Dynamik allein reicht jedoch nicht aus, wenn der vorgelagerte Sektor zusammenbricht. „Die größte Herausforderung heute ist die Verknappung der Perlenausternlarven. Die natürliche Sammlung funktioniert aufgrund der Verschmutzung nicht mehr. Die Zukunft liegt in den Zuchtstationen“, betont Arii Sichoix, der plant, im kommenden März eine eigene Station auf den Gambierinseln zu eröffnen.

„Es dauert zwei Jahre von der Laichzeit bis zur Perlengewinnung. Wenn wir die Nachhaltigkeit der Branche sichern wollen, müssen wir jetzt handeln“, warnt er.

Steigende Preise, aber Vorsicht bleibt geboten

Der Markt für schwarze Perlen ist nach wie vor starken Schwankungen unterworfen. „Die Covid-Krise hat die Produktion gebremst, und die wirtschaftlichen Spannungen zwischen China und den USA haben sich ebenfalls negativ auf die Preise ausgewirkt“, erinnert Freddy Hajjar.

Doch die Anzeichen sind ermutigend. „Die Preise haben sich seit Covid fast verdoppelt. Wir sind von 600 auf 1.200 XPF pro Gramm gestiegen. Wenn die Nachfrage anhält, könnten wir sogar 1.800 XPF erreichen“, hofft er.

Weniger produzieren, aber in besserer Qualität

Die Devise ist klar: lieber weniger, aber hochwertiger produzieren. Belpearl kauft Perlen der Qualitätsstufen A bis D, zeigt aber auch Interesse an Perlen der Kategorie E, die nahe an Ausschussware liegen – aufgrund der hohen Nachfrage.

Mit erweiterten Absatzmöglichkeiten, gezielten Schulungen und technischer Unterstützung könnte die verstärkte Präsenz von Belpearl in Tahiti der Perlenbranche neuen Auftrieb verleihen – in einer Zeit, in der sie dringend Stabilität braucht.

Dienstag 8 April 2025

Polynesische Perlen in der Krise: Exporte brechen Ende 2024 um 62 % ein


strong>Ein dramatischer Absturz für Zuchtperlen

Die neuesten Daten des ISPF, basierend auf den Zahlen der Zollbehörde, zeigen einen deutlichen Rückgang der lokalen Exporte im vierten Quartal 2024: -62 % im Wert im Vergleich zu Ende 2023. Über das gesamte Jahr beträgt der Rückgang 47 % – ein harter Schlag für die polynesische Wirtschaft. Der Perlensektor, historisch gesehen das Rückgrat der Exporte, ist der Hauptverursacher dieses Debakels. Die Verkäufe von Rohperlen brechen ein: -69 % im Wert und -49 % im Volumen. Der durchschnittliche Preis pro Gramm liegt nun bei 700 F.CFP, im freien Fall (-39 % innerhalb eines Jahres). Auch auf Jahressicht ist das Bild alarmierend: -59 % im Wert und -52 % im Volumen.

Vanille und Noni: die wenigen Lichtblicke

In diesem trüben Umfeld halten sich einige Agrarprodukte wacker. Die Vanille erlebt einen spektakulären Aufschwung: +76 % im Wert und +50 % im Volumen, mit einem Kilopreis von 59 000 F.CFP. Noni folgt dem gleichen Trend (+64 % im Wert, +50 % im Volumen).

Im Gegensatz dazu leiden andere Sektoren: Kokosöl legt zwar leicht im Wert zu (+33 %), geht jedoch im Volumen zurück (-21 %). Monoï und Perlmutt brechen um 41 % bzw. 26 % im Wert ein.

Importe: insgesamt stabil, aber mit Spannungen in bestimmten Sektoren

Bei den zivilen Importen bleibt der Trend stabil, doch die sektoralen Unterschiede verstärken sich. Investitionsgüter verzeichnen ein starkes Wachstum (+26 % im Wert) und treiben die Unternehmensimporte nach oben (+6 %). Dagegen sinken die Vorleistungsgüter um 12 % im Wert, obwohl die Mengen deutlich steigen (+37 %), insbesondere durch den Zementkauf.

Für private Haushalte ist der Rückgang moderat (-2 % im Wert, -3 % im Volumen), doch der Automobilmarkt bricht ein (-30 % im Wert).

Energie: fallende Preise, steigender Verbrauch

Die Importe von Erdölprodukten sinken um 14 % im Wert, trotz eines Anstiegs der Mengen (+14 %). Auf Jahressicht steigt ihr Wert leicht (+3 %), aber der Durchschnittspreis pro Kilo liegt bei 100 F.CFP, ein Rückgang von 24 %.

Eine kontrastreiche Situation, die die Anfälligkeit der polynesischen Wirtschaft unterstreicht, die noch immer zu stark von ihren Perlen abhängt.

(Quellen: ISPF, Direction des douanes)

Donnerstag 27 Juli 2023

Historischer Preisanstieg der Tahiti-Perle: Ein Niveau wie seit 15 Jahren nicht mehr


Dieser spektakuläre Anstieg ist das Ergebnis einer Kombination von Faktoren: einer kräftigen Erholung der internationalen Nachfrage und eines eingeschränkten Angebots, das eine direkte Folge der Gesundheitskrise ist.

Laut den Daten des Instituts für Statistik von Französisch-Polynesien (ISPF) hat sich der Durchschnittspreis pro Gramm innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – von rund 300 auf 800 FCFP. Eine Entwicklung, die von den Fachleuten der Branche begrüßt wird, wie Loïc Wiart, Direktor von Poe Black Pearl, erklärt: „Das ist ein unerwartetes, aber sehr willkommenes Comeback.“

Während der Covid-19-Pandemie war die Tätigkeit der Perlenzüchter stark zurückgegangen, was zu einem Einbruch der Produktion führte. Während die Nachfrage in dieser Zeit moderat blieb, explodiert sie nun – just in dem Moment, in dem die verfügbaren Lagerbestände auf einem Tiefstand sind.

Die Branche freut sich über diese positive Entwicklung, bleibt jedoch vorsichtig. Denn der schnelle Preisanstieg könnte von einem abrupten Einbruch gefolgt werden, falls die Produktion zu stark anzieht. „Es besteht die Gefahr eines Jo-Jo-Effekts“, räumt Loïc Wiart ein, „aber die derzeitigen Engpässe – insbesondere der Mangel an Transplanteuren und Perlmutt – sollten eine Überproduktion kurzfristig verhindern.“

Dieser neue Aufschwung stellt eine einzigartige Chance dar, die polynesische Perlenindustrie neu zu beleben. Die Stabilität des Marktes wird jedoch von einer sorgfältigen Produktionssteuerung und möglichen regulatorischen Anpassungen abhängen, um eine neue Krise zu vermeiden.

Freitag 25 November 2022

Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft: Die DRM und das Recycling von Kunststoffbojen aus der Perlenzucht


Im Jahr 2023 sammelte die DRM 6 000 Bojen auf den Inseln Sous-le-Vent und Tuamotu-Gambier im Rahmen einer Kampagne zur Wiederverwertung von Abfällen aus der Perlenzucht.

Ein Pilotprojekt zum Recycling von Bojen

Die größte Herausforderung liegt in der Widerstandsfähigkeit der Bojen, die aus ABS-Kunststoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol) bestehen, einem Material, das nur schwer zu zerkleinern ist. Die DRM hat jedoch ein Verfahren getestet, bei dem die Bojen geschreddert und in Granulat umgewandelt werden – ein Prozess, der auf andere Inseln ausgeweitet werden könnte, um die lokale Abfallwirtschaft zu erleichtern.

Bisher wurde ein spezieller Schredder eingesetzt, und das Zerkleinern der Bojen ermöglicht eine erhebliche Volumenreduktion. Ein „Big Bag“ kann bis zu 40 ganze Bojen enthalten, während derselbe Sack bis zu 300 geschredderte Bojen in Form von Granulat aufnehmen kann, was sowohl das Transportvolumen als auch die damit verbundenen Kosten drastisch senkt.

Lokale Auswirkungen und Recyclingpotenzial

Ziel der DRM ist es, diesen Schredderprozess direkt auf den Inseln, zum Beispiel an den Hafenkais, einzuführen. Dies würde die Transportkosten per Schiff senken und gleichzeitig eine Lösung für das Recycling vor Ort bieten. Darüber hinaus könnte die Volumenreduzierung die Perlenzüchter und andere lokale Akteure dazu ermutigen, eine nachhaltigere Abfallbewirtschaftung zu praktizieren.

Das Bewusstsein der Perlenzüchter für die Bedeutung des Recyclings wächst. Laut Marcelle Howard, Präsidentin des GIE Toarava, könnte das Recycling dieser Bojen nicht nur den Bedarf der Perlenzüchter decken, sondern auch andere Sektoren wie den Lagunentourismus beliefern. Das Granulat könnte beispielsweise zur Herstellung von Stadtmobiliar genutzt werden.

Perspektiven und zukünftige Herausforderungen

Das Pilotprojekt stößt auf großes Interesse, unter anderem bei einem lokalen Kunststoffverarbeiter, der die Entwicklung genau verfolgt. ABS-Kunststoff, der häufig für die Herstellung von Auto-Stoßstangen verwendet wird, könnte ein zweites Leben in lokalen Anwendungen finden, sofern das Granulat die erforderlichen technischen Standards erfüllt.

Eine große Herausforderung bleibt jedoch bestehen: die Erholung des Perlenzuchtmarktes. Da die Branche derzeit eine schwierige Phase durchläuft, hängt die Nachfrage nach recycelten Bojen stark von der Wiederbelebung des Marktes ab.

Fazit

Diese Initiative zum Recycling von Kunststoffbojen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in Polynesien. Sie zeigt, wie die Perlenzuchtbranche aktiv zum Umweltschutz beitragen kann, während sie gleichzeitig praktische und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für das Plastikabfallproblem findet. Die DRM arbeitet weiter an innovativen Ansätzen, die langfristig dazu beitragen könnten, Abfälle in wertvolle Ressourcen für die Gemeinschaft zu verwandeln.

Donnerstag 4 August 2022

Initiative zur Aufwertung der Mabe-Perlen: Diversifizierung der Einnahmen in der Perlenzucht


Diese Initiative soll neue und kreative Wege zur Nutzung der Perlenmuscheln erschließen und die Einkommensquellen der Fachleute der Branche diversifizieren.

Die Blisterperle: Ein traditionelles, aber innovatives Produkt

Blisterperlen gehören zu den ersten Perlenprodukten, die aus der Perlenzucht hervorgegangen sind. Sie entstehen, indem ein halbkugelförmiger Kern (meist aus Kunststoff), der oft mit Mustern verziert ist, an die Innenseite der Schale von Pinctada margaritifera (der lokalen Perlenmuschel) geklebt wird. Durch die natürliche Biokristallisation überzieht die Muschel den Kern mit Perlmutt und erzeugt so eine Perle. Sobald die Schicht ausreichend dick ist, wird die Blisterperle durch Ausschneiden der Schale geerntet. Der Kunststoffkern wird anschließend durch Epoxidharz ersetzt, und eine Perlmuttplatte wird hinzugefügt, um die Perle zu vollenden.

Ziele des Programms

Das Programm ist in mehrere Phasen unterteilt:

Schulung der Fachkräfte: In der ersten Phase erhielten die Perlenzüchter von Takapoto eine spezielle Ausbildung, die sich auf die Sortierung der Muscheln und das Einsetzen der Blisterperlen-Kerne konzentrierte. Diese Etappe war entscheidend, um die Züchter mit der Herstellungstechnik vertraut zu machen und ihnen die nötigen Werkzeuge für eine erfolgreiche Produktion zu geben.

Überwachung und Analyse der Ernte: In der zweiten Phase wurden die Blisterperlen-Ernten – mit und ohne Dekor – überwacht und analysiert. Ziel war es, das erforderliche technische Niveau zu bestimmen und die spezifischen Herausforderungen bei der Ernte dieses Produkts zu verstehen.

Verbreitung von Best Practices: Das Programm umfasst auch die Erstellung von technischen Merkblättern, um den Produktionsprozess auf andere Standorte in Polynesien zu übertragen. Diese Dokumente sollen die Methoden standardisieren und das erworbene Wissen an eine größere Zahl von Fachleuten weitergeben.

Zusammenarbeit mit der Handwerksdirektion: Ein Teil des Projekts konzentriert sich auf die Vermarktung der Blisterperlen mit Unterstützung der Handwerksdirektion. Diese Phase dient der Identifizierung verschiedener Qualitätsstufen, dem Zuschnitt und der Montage der Perlen, die dann marktreif sind.

Erwartete Auswirkungen

Die Beherrschung der Blisterperlenproduktion könnte den Perlenzüchtern mehrere Vorteile bringen:

Verbesserung der Ausbeute: Die Mabe-Produktion ermöglicht die Nutzung von Perlenmuscheln, die nicht für die klassische Perlenproduktion verwendet werden, wodurch die Ressourcenausbeute maximiert wird.
Schaffung von Arbeitsplätzen: Das Projekt könnte neue Arbeitsplätze für junge Techniker und lokale Handwerker schaffen, insbesondere in den Bereichen Zuschnitt, Montage und Vermarktung der Blisterperlen.
Aufwertung lokaler Produkte: Ziel ist es, den lokalen Produkten eine innovative und qualitativ hochwertige Dimension zu verleihen, um sich besser auf dem internationalen Markt zu positionieren und die Erwartungen der globalen Märkte besser zu erfüllen.

Forschung und Entwicklung für eine 100 % biobasierte Blisterperle

Parallel zur Produktion von Mabe führt die DRM Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch, um eine 100 % biobasierte Blisterperle zu schaffen, die aus lokalen, nachhaltigen Materialien hergestellt wird. Dieses Projekt könnte das ökologische Engagement Polynesiens verstärken und eine umweltfreundlichere Alternative zur traditionellen Perlenproduktion bieten.

Fazit

Diese Initiative zur Aufwertung der Blisterperlen stellt eine echte Chance zur Diversifizierung für die Fachleute der Perlenzucht in Polynesien dar. Sie bietet nicht nur eine Möglichkeit, die lokalen Ressourcen besser zu nutzen, sondern auch den wachsenden ökologischen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig einen Mehrwert für die lokalen Produzenten zu schaffen. Durch die Kombination von Innovation und Tradition könnte dieses Projekt zu einem Modell für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Zukunft der Perlenzucht werden.





Mittwoch 18 Mai 2022

Bericht der Chambre Territoriale des Comptes (CTC) über die Verwaltung der Tahitian Pearl Association of French Polynesia (TPAFP): mehrere Mängel aufgedeckt


1. Repräsentativitätsprobleme

Der Bericht betont, dass die Repräsentativität der Vereinigung unzureichend ist. Im Jahr 2020 umfasste die Vereinigung nur 117 Mitglieder aus 6 Berufsorganisationen, während insgesamt 349 Berufskarten registriert waren. Dies zeigt, dass die TPAFP nicht die gesamte Vielfalt und Pluralität des Perlenzuchtsektors in Französisch-Polynesien widerspiegelt.

2. Lücken in der Governance

Auch die Governance der Vereinigung wird kritisiert. Der Bericht stellt fest, dass die Generalversammlungen selten stattfinden und die Sitzungen des Verwaltungsrats zu weit auseinanderliegen. Darüber hinaus wurden wichtige finanzielle Verpflichtungen ohne ordnungsgemäße Genehmigung durch die zuständigen Gremien eingegangen, was die interne Verwaltung der Vereinigung in Frage stellt.

3. Interessenkonflikte

Der Bericht weist auf Interessenkonflikte in der Verwaltung der Vereinigung hin. Es wird erwähnt, dass Einkäufe bei Unternehmen getätigt wurden, die Mitgliedern des Vorstandes gehören, was Bedenken hinsichtlich der Transparenz der finanziellen Entscheidungen und der ethischen Geschäftspraktiken innerhalb der Vereinigung aufwirft.

4. Umstrittene Ausgaben und fehlender Wettbewerb

Der Bericht kritisiert auch die Ausgabenpolitik der Vereinigung, sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene:

Einkäufe ohne Wettbewerb: Die CTC weist auf Anschaffungen hin, die ohne Ausschreibung getätigt wurden, was den Grundsätzen von Transparenz und Wettbewerb widerspricht.
Überhöhte Ausgaben: Es wurden Ausgaben festgestellt, die die Prognosen überstiegen, insbesondere für internationale Missionen, bei denen Subventionen an Partnervereinigungen in Hongkong, Japan und den USA gezahlt wurden. Dies stellt einen Verstoß gegen die Regeln der öffentlichen Mittelverwendung dar.
Verträge ohne Ausschreibung vergeben: Verträge wurden ohne Einhaltung der Ausschreibungsverfahren vergeben, was als problematisch für eine ordnungsgemäße öffentliche Verwaltung gilt.

5. Empfehlungen

Der Bericht der CTC fordert dringend Reformen zur Verbesserung der Governance der TPAFP. Dazu gehört die Notwendigkeit, die Repräsentativität zu stärken, eine transparentere Verwaltung zu gewährleisten und strengere Kontrollmechanismen für die Verwendung öffentlicher Gelder einzurichten. Die Vereinigung sollte außerdem sicherstellen, dass ihre Ausgaben den Wettbewerbsregeln entsprechen und durch transparente Verfahren gerechtfertigt sind.

6. Fazit

Zusammenfassend hebt die CTC erhebliche Verwaltungsprobleme innerhalb der TPAFP hervor und stellt Fragen darüber, wie öffentliche Subventionen verwendet werden. Um die Glaubwürdigkeit der Vereinigung wiederherzustellen und eine bessere Verwaltung öffentlicher Ressourcen sicherzustellen, müssen Reformen umgesetzt werden, die eine effektivere und gerechtere Governance garantieren.

Diese Schlussfolgerungen könnten die Wahrnehmung der Akteure der Perlenzucht, einschließlich der Perlenzüchter selbst, in Bezug auf die Wirksamkeit und Integrität der Organisation, die für die Vertretung und Förderung der Tahiti-Perle verantwortlich ist, erheblich beeinflussen.

Montag 13 Dezember 2021

Perlenzucht in der Krise: Mangel an Transplanteuren und Strategien zur Belebung des Sektors


Laut den Daten des Instituts für Statistik von Polynesien (ISPF) sind die Perlenexporterlöse um die Hälfte eingebrochen – von 5 Milliarden FCFP im Jahr 2019 auf nur noch 2,5 Milliarden FCFP im Jahr 2020. Dieser starke Rückgang, verschärft durch die Pandemie, hat mehrere Herausforderungen deutlich gemacht, darunter den Mangel an Transplanteuren.

Seit zwei Jahren sind die chinesischen Transplanteure, die einen wesentlichen Teil der Arbeitskräfte ausmachten, in ihrem Herkunftsland blockiert. Dies führte zu einem Rückgang der Produktion von Qualitätsperlen. Auf dem Markt von Papeete hat sich das Perlenangebot halbiert, was zu Spannungen unter den Schmuckhändlern führt. Heiani Riaria, eine Verkäuferin, stellt fest: „Früher haben wir bis zu 1 000 Stück gekauft, und jetzt haben wir 500. Die Preise haben sich ebenfalls verdoppelt – die Perlen werden nun zwischen 500 und 1 000 FCFP verkauft, gegenüber 250–300 FCFP zuvor.“

Trotz des Rufs der chinesischen Arbeitskräfte für ihre Effizienz und ihre erschwinglichen Kosten wird es dringend notwendig, mehr lokale Transplanteure auszubilden. Fanny Yip, Geschäftsführerin eines Juweliergeschäfts, betont die Bedeutung der Unterstützung und Ausbildung lokaler Transplanteure, um die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften zu verringern. „Es ist entscheidend, Strukturen zu schaffen, um unsere lokalen Transplanteure besser auszubilden und zu begleiten“, erklärt sie.

Im Jahr 2020 ist die Zahl der Produzenten im Vergleich zu 2018 um 80 gesunken. Trotz dieser Situation bleiben die Branchenfachleute optimistisch. Sie suchen aktiv nach Lösungen, um diese lebenswichtige Industrie für Polynesien neu zu beleben, und hoffen auf eine vielversprechendere Zukunft für das schwarze Gold des Meeres.

Montag 6 Dezember 2021

Tiefe Krise in der Perlenzucht in Polynesien: Alarmierende Bilanz und dringender Reformbedarf


Das Scheitern der Reform von 2017, die auch vier Jahre nach ihrer Einführung kaum Ergebnisse liefert, sowie die „alarmierenden“ Umweltauswirkungen in den Lagunen geben Anlass zu großer Sorge um dieses wichtige Exportprodukt des Territoriums.

Während die Tahiti-Zuchtperle diese Woche ihr 60-jähriges Bestehen auf der Messe Poe Ma'ohi im Hilton Tahiti feiert, beleuchtet der detaillierte Bericht der CTC, der den Zeitraum von 2015 bis 2021 abdeckt, die zunehmenden Schwierigkeiten des Sektors. Obwohl die Perlenzucht lange Zeit das wichtigste Exportprodukt des Landes war und 2014 noch 8,6 Milliarden FCFP einbrachte, sank dieser Betrag 2020 – einem Jahr schwerer Wirtschaftskrise – auf nur 2,5 Milliarden FCFP. Die großen Herausforderungen dieses Sektors können nicht länger ignoriert werden.

Der Bericht zeichnet die bewegte Geschichte der Perlenzucht nach: vom Aufschwung in den 1980er-Jahren über die Krise der 1990er-Jahre, die durch ein Virus verursacht wurde, bis hin zu einer Phase des Wohlstands, die 1999 ihren Höhepunkt erreichte. Doch seit diesem Höhepunkt befindet sich der Sektor in einem stetigen Abwärtstrend, wobei der Exportpreis pro Gramm Perle von 1 710 FCFP im Jahr 2000 auf 472 FCFP im Jahr 2019 gefallen ist.

Die Reform von 2017, die von der Regierung von Édouard Fritch durchgeführt wurde, um von einer Massenproduktion auf eine Qualitätsproduktion umzustellen, wird weitgehend als gescheitert angesehen. Die 2021 festgelegten Produktionsquoten haben sich als ineffektiv erwiesen, die Genehmigungen zur Nutzung des öffentlichen Raums wurden chaotisch vergeben, und ein Drittel der Produzenten – mit einer Gesamtfläche von 1 300 Hektar – hat seit 2017 nichts produziert. Auch die Übertragung von Verantwortlichkeiten auf die Fachleute und das Management des Governance-Wechsels werden als Fehlschläge bewertet.

Ein weiteres großes Problem ist die Umweltverschmutzung, die mit der Perlenzucht in Verbindung steht. Seit 40 Jahren haben sich auf mehreren perlenproduzierenden Inseln Abfälle angesammelt. Besonders die Lagunen von Takaroa und Takapoto haben erhebliche Schäden erlitten, deren Sanierung kostspielige Maßnahmen erfordert.

In ihren Empfehlungen fordert die CTC das Land auf, schnell zu handeln und ab 2021 sieben konkrete Maßnahmen umzusetzen. Der Präsident des Landes, Édouard Fritch, kündigte an, bis Ende des Jahres eine neue sektorale Politik einzuleiten und diese Empfehlungen umzusetzen. Die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum der Tahiti-Perle müssen daher von einer dringenden Reform des Sektors begleitet werden, um seine Zukunft und Nachhaltigkeit zu sichern.

Dienstag 12 Oktober 2021

Wertschöpfung der Perlmuttmuscheln in Polynesien: Untersuchung und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung der Perlenzucht


Diese Initiative ist Teil einer umfassenden Strategie zur Entwicklung der Perlmuttbranche, mit dem Ziel, lokale Lösungen für die Aufwertung der Pinctada margaritifera-Muscheln zu finden, die derzeit lose exportiert werden.

Die DRM prüft mehrere Ansätze, um diese Ressource in Produkte mit hoher Wertschöpfung zu verwandeln – etwa die Nutzung von Perlmutt-Derivaten in der Landwirtschaft zur Herstellung von Düngemitteln oder Nahrungsergänzungen für Legehennen, die Integration von Perlmutt in das Kunsthandwerk oder die Schaffung einer lokalen Produktionskette zur Herstellung von Nuklei aus Perlmuttpulver. Eine der größten Herausforderungen bleibt jedoch, zuverlässige und ausreichende Quellen zu identifizieren, um diese neuen Verwertungsketten zu versorgen.

Zu diesem Zweck hat die DRM Ende September eine Erhebung gestartet, um die an Land gelagerten Perlmuttbestände in den 349 aktiven Perlenfarmen Polynesiens zu erfassen. Die Vorsitzenden der lokalen Perlenzucht-Komitees arbeiten eng mit den Fachleuten der Branche zusammen, um ein genaues Inventar der Bestände zu erstellen. Ziel ist es, bis zum 26. Oktober eine vollständige Schätzung vorzulegen.

Derzeit wirft die Frage der Perlmuttbestände mehrere Fragen auf. Obwohl die Schalen aus der Perlenzucht seit den 1980er-Jahren exportiert werden und den Produzenten bescheidene Einnahmen bringen, konzentriert sich die DRM nun auf lokalere und profitablere Lösungen als den Massentransport nach Asien. Zwischen 2014 und 2020 exportierte Polynesien durchschnittlich 1 604 Tonnen Perlmutt pro Jahr, mit 1 299 Tonnen im Jahr 2020, was einen Umsatz von 183 Millionen FCFP einbrachte. Der durchschnittliche Preis pro Kilo Perlmutt liegt bei 141 FCFP, deutlich über dem Durchschnitt von 124 FCFP/kg seit 2014.

Auch wenn die an Land gelagerten Bestände größtenteils aus beschädigten oder fehlerhaften Muscheln bestehen, die nicht direkt vermarktet werden können, bleibt die DRM optimistisch, rentablere und nachhaltigere Lösungen für die Nutzung dieser lokalen Ressource zu finden. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchung dürften entscheidende Daten liefern, um diese Überlegungen in Richtung einer effizienteren lokalen Entwicklung des tahitianischen Perlmutts zu lenken.

Dienstag 7 September 2021

Krise der Perlenzucht in Tahiti: Rückgang der Exporte und Mangel an Greifern


Dieser alarmierende Rückgang wird laut Mia Williams, Präsidentin des Verbands der kleinen und mittleren Perlenzüchter Französisch-Polynesiens (SPMPPF), größtenteils der Pandemie zugeschrieben.

Auch der Exportpreis pro Gramm Perle erlitt einen historischen Rückgang: von 600 FCFP im Jahr 2018 auf nur noch 270 FCFP im Jahr 2020. Ferdinand Ching, Perlenhändler, erklärt, dass dieser Preisverfall teilweise auf die Verschlechterung der Perlenqualität zurückzuführen ist, die durch Faktoren wie Lagunenverschmutzung und Überproduktion verursacht wird.

Die Situation wird zusätzlich durch den Mangel an Greifern verschärft – ein zentrales Problem für die lokalen Produzenten. Das Ausbleiben der chinesischen Greifer, die in China festsaßen, hatte direkte Auswirkungen auf die Produktion und führte zu einem deutlichen Rückgang der Perlenproduktion. Im Jahr 2020 sank zudem die Zahl der Produzenten um 80 im Vergleich zu 2018.

Trotz dieser Schwierigkeiten bleiben die Fachleute der Branche optimistisch und betonen, dass eine schnelle Lösung des Greifer-Mangels entscheidend ist, um das Überleben und die Zukunftsfähigkeit der Perlenzuchtindustrie in Polynesien zu sichern.

Donnerstag 2 September 2021

Bilanz der Krise im Perlen-Sektor in Polynesien: 2019–2020 und Ausblick auf 2021


Laut den neuesten Studien des Instituts für Statistik von Französisch-Polynesien (ISPF) begann die Krise lange vor Covid-19, mit ersten Anzeichen des Rückgangs bereits im Jahr 2018.

Die Zahlen sind besorgniserregend: Die Zahl der Perlenmuschelproduzenten sank 2020 um 8 % nach einem Rückgang von 1 % im Jahr 2019, und die Nutzflächen gingen innerhalb von drei Jahren um 12,7 % zurück. Auch die Perlenproduktion fiel um 26 % und ging von 9,1 Millionen auf 6,7 Millionen nach der Produktion kontrollierte Perlen zurück.

Der Preis für Rohperlen brach zwischen 2019 und 2020 um 51 % ein, von 485 FCFP auf nur noch 270 FCFP, hauptsächlich aufgrund der sinkenden Nachfrage auf den Weltmärkten und der Schließung der Handelsverbindungen mit Asien. Die Exporte gingen in drei Jahren um 70,4 % zurück, mit einem Rückgang um die Hälfte im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019, was nur noch 2,4 Milliarden FCFP entsprach.

Trotz dieser alarmierenden Ergebnisse deuten die ersten Daten für 2021 auf eine leichte Erholung hin, mit Exporten, die bereits über dem Niveau von 2020 liegen. Diese Anzeichen einer Erholung geben einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft des Sektors, auch wenn strukturelle Reformen notwendig bleiben, um die Branche langfristig zu stabilisieren.

Dienstag 16 Februar 2021

Econacre: Auf dem Weg zu einem zweiten Leben für die Perlmuttmuscheln von Tahiti


Die Idee: Perlmutt über seinen Einsatz in der Perlenproduktion hinaus aufwerten und zu einer eigenständigen wirtschaftlichen Ressource machen, die Arbeitsplätze und neue Projekte schafft.

Während eines Feedback-Workshops tauschten sich Perlenzüchter, Handwerker, Forscher, Banker und Projektträger über die Ergebnisse der Studie und die zu ergreifenden Chancen aus. Denn derzeit bleiben die Schalen und das Fleisch der Perlenmuscheln weitgehend ungenutzt – obwohl der Weltmarkt für schwarze Perlen wieder Aufwind erlebt.

Früher konnten wilde Perlmuttschalen bis zu 37 cm groß werden. Doch die intensive Entwicklung der Perlenzucht hat die traditionelle Perlmuttwirtschaft in den Hintergrund gedrängt und den Handwerkern hochwertige Rohstoffe entzogen.

Die Econacre-Studie schlägt zwei Entwicklungsszenarien vor:

Das erste setzt auf lokale Ressourcen und Techniken, um schnell wirtschaftliche Erträge zu erzielen – insbesondere durch die Verwertung der Schalen, die aus der Perlenzucht stammen.
Das zweite zielt auf eine internationale Vermarktung mit der Schaffung von Wertschöpfungsketten mit hoher Wertsteigerung.

Laut Cédrik Lo, dem Verantwortlichen des Perlenzuchtprojekts, ist es entscheidend, das handwerkliche Know-how zu bewahren und gleichzeitig die Projekte an die lokalen Gegebenheiten anzupassen. Ein ehrgeiziges Ziel, das den Schutz der Lagunen, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Weitergabe von Wissen in den Inseln miteinander verbindet.

Zu den identifizierten konkreten Maßnahmen gehören:

• Stärkung der Muschelaufzucht und -verarbeitung
• Entwicklung des Kunsthandwerks
• Aufwertung der Korori-Filiale
• Diversifizierung in die Landwirtschaft, Tiernahrung und sogar den Bausektor.

Die Direktion für Meeresressourcen unterstützt nun Projektträger bei der Umsetzung von Pilotinitiativen. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 wurden fast 1 700 Tonnen leere Schalen von Pinctada margaritifera exportiert, was einem Umsatz von 210 Millionen FCFP entspricht.

Die Zeit ist reif, diese bisher vernachlässigte Ressource in einen echten Hebel für nachhaltige Entwicklung zu verwandeln.

Samstag 30 Januar 2021

Covid-19: Polynesische Perlenzüchter besorgt über Einschränkungen für chinesische Arbeitskräfte


Die vorübergehende Aussetzung der Erteilung von Arbeitserlaubnissen für chinesische Staatsangehörige, kombiniert mit der Empfehlung an derzeit in China befindliche Arbeitskräfte, ihre Rückkehr zu verschieben, könnte direkte Auswirkungen auf die Perlenproduktion haben.

Diese Entscheidungen werden zwar aus gesundheitlicher Sicht akzeptiert, schwächen jedoch eine Branche, die bereits unter Druck steht. Die Mehrheit der Perlengreifer – ein wesentliches Glied der Produktionskette – stammt aus China und kehrt traditionell zum chinesischen Neujahrsfest in ihr Heimatland zurück. Ihre ungewisse Rückkehr lässt Verzögerungen in den Produktionsabläufen befürchten.

Rainui Sanquer, Präsident des GIE Poe no Raromatai, erinnert daran: „Ohne Greifer gibt es keine Produktion“, und betont die Dringlichkeit, eine Lösung zu finden.

Ähnliche Bedenken äußern die Händler. Sabine Lorillou, Präsidentin des Syndicats der Händler für Tahiti-Zuchtperlen, befürchtet mögliche Lieferengpässe: „Es könnte zu einer leichten Unterbrechung des Versorgungstakts kommen, das ist sicher. Das stellt also ein Problem dar…“

Sollten die Einschränkungen länger als drei bis vier Monate andauern, könnten die Folgen für einen Sektor, der bereits von der Marktvolatilität betroffen ist, gravierend sein. Ein Wettlauf gegen die Zeit scheint begonnen zu haben, um ein fragiles Gleichgewicht in der Perlenwirtschaft Französisch-Polynesiens zu bewahren.

Freitag 26 Juni 2020

Krise in der Polynesischen Perlenzucht: Forderungen nach Maßnahmen angesichts der sinkenden Perlenqualität


Sie machen das Landesgesetz, das die Produktion und Vermarktung von Perlen- und Perlmuttprodukten regelt, dafür verantwortlich, dass die Preise gesunken sind – insbesondere seit der Abschaffung der Exportkontrollen. Darüber hinaus verurteilen sie den Verkauf und Export von Ausschussware.

Die Mitglieder des Vorstands des Syndicat des Petits et Moyens Perliculteurs de Polynésie (SPMPPF) und der Fédération des Professionnels des Richesses Marines et de leur Environnement (FPRME) hielten am Donnerstagmorgen eine Pressekonferenz ab. Sie äußerten ihre Frustration über ein anhaltendes "Kommunikationsproblem" mit der Regierung seit drei Jahren, trotz wiederholter "Forderungen". Die Präsidentin des SPMPPF und der FPRME, Mia Williams, beklagte eine Situation, in der sich die Züchter ignoriert fühlen.

Die Perlenzüchter kritisieren das Gesetz vom 18. Juli 2017 und betonen, dass die Preise seit dessen Einführung drastisch gefallen seien – ein Trend, der durch die COVID-19-Pandemie noch verschärft wurde. Sie weisen darauf hin, dass es seit 2017 keine Qualitätskontrollen mehr gibt, verweisen auf die Abschaffung der X-Ray-Kontrolle und die Einführung einer neuen Kategorie von Ausschussperlen.

Angesichts dieser Bedrohung fordern die Perlenzüchter einen Rettungsplan. Sie verlangen ein striktes Verbot des Verkaufs und Exports von Ausschussware und plädieren für deren sofortige Vernichtung. Außerdem wünschen sie eine verpflichtende Kontrolle der Dicke der Perlmutt-Muscheln, um die Qualität der Produkte sicherzustellen und den Preisverfall umzukehren.

Das Gesetz von 2017 sieht die Einrichtung eines Perlenzuchtrates vor, doch laut Mia Williams sei dieser eine "leere Hülle". Sie kritisiert die Verzögerungen bei der Einrichtung der lokalen Verwaltungsausschüsse und weist darauf hin, dass nur 9 der 25 perlenproduzierenden Inseln solche Komitees eingerichtet haben. Sie fordert die Unterstützung des Landes, um deren Zusammensetzung zu erleichtern und die Umsetzung zu beschleunigen.

In seiner Antwort erinnerte Teva Rohfritsch, der für die Perlenzucht zuständige Minister, daran, dass der Preisverfall bereits Anfang der 2000er Jahre begonnen habe und dass das Gesetz von Juli 2017 eine nachhaltige Verwaltung der Perlenressourcen gewährleisten solle. Er kündigte ein Treffen mit dem Perlenzuchtrat und den lokalen Komitees im August an, um strategische Maßnahmen zur Erholung der Branche nach der COVID-19-Krise zu diskutieren. Zudem versicherte er, dass Vorschläge zur Befreiung von den Gebühren für die maritime Flächennutzung und von den Exportabgaben für Perlen den Behörden zur Prüfung vorgelegt würden.

Freitag 15 Mai 2020

Die Covid-19-Krise Gefährdet die Tahiti-Perle: Eine Branche am Abgrund


Aufgrund der Einstellung des kommerziellen Flugverkehrs ist die gesamte Branche lahmgelegt. Das Fehlen der chinesischen Perlengreifer, die für den Greifprozess der Austern unverzichtbar sind, verlangsamt die Produktion erheblich.

Sabine Lorillon, Präsidentin des Syndikats der Händler von Zuchtperlen, warnt vor der Schwere der Situation. Die Branche befindet sich in einem Zustand völliger Unsicherheit: Käufe und Verkäufe sind ausgesetzt, da die ausländischen Kunden weiterhin im Ausland festsitzen. Langfristig könnte die Wiederaufnahme des Handels einen Preissturz der Perlen auslösen – weit unter die derzeitigen 500–600 Fcfp pro Perle.

Auch wenn die hochwertigen Perlen ihren Glanz nicht verlieren, befürchten die Fachleute einen zunehmenden Druck der Käufer auf die Preise, was die bereits gelagerten Bestände in den Farmen stark entwerten könnte. Thomas Esen, Präsident des Perlenzucht-Verwaltungskomitees in Rikitea, betont, dass diese Situation zur Schließung zahlreicher Perlenfarmen führen könnte, die bereits vor der Krise geschwächt waren.

Der Ausfall der chinesischen Greifer verhindert jeglichen Fortschritt in der Produktion. Derzeit können lediglich die Wartungsarbeiten an den Austern durchgeführt werden. Mangels Absatzmöglichkeiten mussten einige Perlenzüchter die Löhne ihrer Angestellten kürzen, was die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage weiter verschärft.

In diesem Klima der Unsicherheit haben die Fachleute der Branche keinerlei Sicht auf die kommenden Monate. Sie befürchten außerdem, dass die Quarantänemaßnahmen bei der Einreise potenzielle Käufer aus dem Ausland abschrecken könnten. Sabine Lorillon fasst zusammen: Auch wenn die Branche nicht dem Untergang geweiht ist, werde ihre Erholung Zeit brauchen – und die Tahiti-Perle könnte ihre Prioritätsstellung auf dem Weltmarkt verlieren.

Dienstag 7 April 2020

Teva Rohfritsch Reagiert auf Kritik: Aufruf zur Solidarität in der Krise und Post-Krisen-Plan zur Belebung der Perlenzucht


Diese hatten ihm vorgeworfen, zum Preisverfall der Perlen beizutragen. In einer offiziellen Erklärung betonte Rohfritsch, dass die oberste Priorität der Regierung darin bestehe, Familien in Not während der Gesundheitskrise zu unterstützen und gleichzeitig die Liquidität der Perlenzüchter zu schützen.

Er erinnerte daran, dass die aktuelle Situation außergewöhnlich sei und Solidarität aller Akteure der Perlenindustrie erfordere – von den Produzenten über die Händler bis hin zu den Juwelieren. Die gemeinsamen Anstrengungen seien entscheidend, um diese noch nie dagewesene wirtschaftliche und gesundheitliche Krise zu überstehen.

Rohfritsch kündigte außerdem an, dass die Regierung einen Post-Krisen-Aktionsplan ausarbeite, der bei der nächsten Sitzung des Perlenrats vorgestellt werde. Dieser Plan soll die Perlenindustrie nach der Krise stärken, insbesondere durch Maßnahmen zur Wiederbelebung der internationalen Märkte und durch die Nutzung der Lehren aus dieser schwierigen Zeit.

Abschließend betonte der Vizepräsident, dass alle Optionen geprüft würden, um den Perlenzuchtsektor zu unterstützen, abhängig von der Entwicklung der Lage. Die Erklärung ruft dazu auf, dass Solidarität und Zusammenarbeit wichtiger denn je sind, um die Widerstandsfähigkeit der Branche gegenüber den aktuellen Herausforderungen zu sichern.

Freitag 3 April 2020

Alarmstufe in der Perlenindustrie: Preissturz durch Steuerbefreiung in Polynesien befürchtet


Diese Maßnahme, die im Rahmen des von Vizepräsident Teva Rohfritsch geleiteten Konjunkturpakets beschlossen wurde, sorgt jedoch für Besorgnis bei internationalen Marktakteuren.

Zwei Verbände von schwarzen Perlenhändlern, mit Sitz in Hongkong und Japan, äußerten erhebliche Bedenken über die möglichen Folgen dieser Steuerbefreiung. Nach ihrer Einschätzung könnte die Abschaffung der DSPE zu einem Preisverfall auf dem internationalen Perlenmarkt führen. Diese Abgabe, eine Art Exportsteuer, spielt eine entscheidende Rolle, indem sie minderwertige Perlen aus dem Export herausfiltert und so den durchschnittlichen Marktpreis stabil hält.

Die Präsidenten der Tahitian Pearl Association Hong Kong und der Tahiti Pearl Promotion Society of Japan veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie die polynesische Regierung warnten. Sie betonten, dass die vorübergehende Abschaffung der DSPE eine Überproduktion von minderwertigen Perlen zur Folge haben könnte, wodurch das Marktgleichgewicht gestört und die Stückpreise entwertet würden.

Nach Ansicht der Verbände könnte diese Maßnahme zudem dem Vertrauen in den Markt für Tahiti-Perlen schaden. Verbraucher – die treibende Kraft der Branche – könnten zögern, Perlen zu kaufen, deren Wert als gemindert wahrgenommen wird. Dies würde unweigerlich zu einem Rückgang der Verkäufe führen und damit die langfristige Stabilität der gesamten Industrie gefährden.

Montag 16 September 2019

Der Lufttransport von Perlaustern: Ein Wettlauf gegen die Zeit für die polynesische Perlenzucht


An Bord befinden sich keine Reisenden, sondern 130 000 Perlaustern, die mit fast chirurgischer Präzision zwischen Manihi und Raiatea transportiert werden – eine logistische Operation von entscheidender Bedeutung für die Perlenindustrie.

Nur zwei ATR 72 der Flotte sind für diese Mission ausgestattet. Thierry Caer, technischer Direktor, erklärt, dass das Kabineninnere vollständig umgebaut wird: Die Sitze werden entfernt, Ladeschienen installiert und die Wände mit Shoji-Paneelen verkleidet, um die kostbaren Austern zu schützen. Innerhalb von drei Stunden wird das Flugzeug in einen fliegenden Frachtraum von 74 m³ verwandelt, der bis zu 12 Paletten aufnehmen kann.

In Manihi herrscht eine elektrisierende Atmosphäre. Jede Auster wird sorgfältig gewogen, um die maximale Zuladung von fünf Tonnen einzuhalten. Der Lufttransport ist zwar kostspielig, hier jedoch lebenswichtig. „Dank des Flugzeugs bleiben die Austern zu 100 % gesund“, betont Tapu, ein Perlenzüchter. Diese logistische Wahl garantiert, dass die Austern schnell und unversehrt ihr Ziel erreichen – bereit für den nächsten Schritt ihres Zyklus.

Eineinhalb Stunden später landet die ATR in Raiatea. Hier beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Austern werden sofort entladen, um Temperaturschocks oder Schäden zu vermeiden. Roland Peni-Marae, Verkehrsleiter, überwacht den reibungslosen Ablauf der Operation, bei der jede Minute zählt. Die leeren Behälter werden sofort neu beladen, um den nächsten Transport vorzubereiten.

Alfred Martin, Käufer und Perlenfarmer, hat fast 10 Millionen FCFP in diese Lieferung investiert, um die Bestände seiner Farm auf Tahaa zu erneuern. Fünf Boote warten bereits am Kai, um die Austern zurück ins Meer zu bringen. Einmal eingetaucht, setzen sie ihr Wachstum unter ständiger Überwachung fort – in der Hoffnung, Perlen von makelloser Qualität hervorzubringen.

Dieses diskrete, aber entscheidende Luftballett veranschaulicht die logistischen Herausforderungen der modernen polynesischen Perlenzucht: ein heikles Gleichgewicht zwischen Technologie, Timing und uraltem Know-how.

Donnerstag 13 Dezember 2018

Auf den Spuren der Handwerker der Tahiti-Perle: Eine Reise ins Herz traditioneller Berufe


Heute laden wir Sie ein, die verschiedenen Berufe kennenzulernen, die an der Entstehung dieses kostbaren Juwels beteiligt sind.

Die Perle, ein echtes Naturprodukt, erfordert das Zusammenspiel vieler Spezialisten, bevor sie sich in ein funkelndes Schmuckstück verwandelt. Geregelt durch das neue Perlenzuchtgesetz von 2017, spielen diese Fachleute eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Aufwertung der Perle. Hier ein Überblick über die wichtigsten Akteure, die an diesem faszinierenden Abenteuer teilnehmen.

Der Nukleushändler: Unverzichtbar für die Perlenproduktion, beschafft, recycelt oder importiert der Nukleushändler die kleinen Perlmuttkügelchen, die in die Auster eingesetzt werden, bevor er sie an die Produzenten verkauft.

Der Perlengräfer (Greffeur): Ein echter Spezialist, der chirurgisch den Fremdkörper in die Auster einsetzt, um die Bildung der Perle auszulösen. Geschick und Erfahrung des Greffeurs sind entscheidend für den Erfolg dieser heiklen Operation.

Der Züchter von Perlaustern: Verantwortlich für künstliche Befruchtung, Larvenaufzucht und Transfer der Austern, überwacht er den gesamten Zyklus – von der Larvenfixierung bis zum Verkauf der Austern.

Der Produzent von Perlenprodukten: Dieser Fachmann übernimmt das Einsetzen der Nuklei, die Pflege und schließlich die Ernte der Perlen. Er ist berechtigt, sowohl rohe als auch bearbeitete Produkte zu verkaufen und zu exportieren.

Der Händler von Perlenprodukten: Er kauft Perlenprodukte von Produzenten auf und verkauft sie weiter, meist an Einzelhändler, um den Markt zu versorgen.

Der Einzelhändler/Juwelier: Er kauft in mittleren Mengen oder im Einzelverkauf und vertreibt rohe, bearbeitete oder zu Schmuckstücken verarbeitete Perlenprodukte.

Der Kunsthandwerker für Perlenprodukte: Dieser Handwerker ist auf die Herstellung traditioneller Artikel aus montierten Perlen spezialisiert und trägt dazu bei, das kulturelle Erbe in Form von Kunsthandwerk zu bewahren.

Das Zentrum für die Berufe der Perlmutt- und Perlenzucht (CMNP): In Rangiroa ansässig, bietet es eine umfassende Ausbildung für künftige Fachkräfte der Branche. In einem 24-monatigen Programm werden die Grundlagen der Perlenzucht und des Greffens vermittelt.

Für weitere Informationen über Ausbildungen und Berufe im Bereich der Perlenzucht können Interessierte die Direction des Ressources Marines oder direkt das CMNP in Rangiroa kontaktieren.

Freitag 16 November 2018

Manihi: Das Vergessene Atoll der Perlen – Zeugnis einer Glanzvollen Vergangenheit und eines Kampfes um die Wiedergeburt


Heute sind weniger als zehn Farmen übrig geblieben, die unter einer anhaltenden Krise leiden. Die einst blühende Industrie kämpft seit dem dramatischen Preisverfall, der die lokale Wirtschaft erschütterte, um ihre Wiederbelebung.

Die Geschichte der Perlenzucht in Französisch-Polynesien begann 1961 in den klaren Gewässern des Atolls Hikueru. Die Regierung, überzeugt vom Potenzial der Perlen, hatte bereits 1956 zehn Millionen Fcfp investiert, um die Pinctada margaritifera-Muscheln zu nutzen. Jean Domard, französischer Tierarzt und Leiter des Fischereiamtes, war eine Schlüsselfigur dieses Erfolgs und ebnete den Weg für den Aufstieg der Perlenindustrie.

Im Dezember 1963 wurde die erste Ernte von runden Perlen in Handelsqualität eingefahren, insgesamt 276 Stück. Dieser Durchbruch führte zu Versuchen der Perlenimplantation auf Bora Bora, doch schon bald übernahm die Privatinitiative das Ruder. Manihi wurde zum ersten Standort, an dem private Perlenfarmen entstanden, mit der Gründung der Société Perlière de Manihi (SPM) im Jahr 1968 unter der Leitung von Jacques Rosenthal und dem australischen Biologen William Reed.

Mit den Jahren breitete sich die Perlenzucht auf die Tuamotu-, Gambier- und Gesellschaftsinseln aus, während die Austral- und Marquesas-Inseln von dieser Entwicklung ausgeschlossen blieben. Die Branche geriet jedoch in eine Überproduktion, die zusammen mit Managementfehlern und politisch umstrittenen Entscheidungen einen dramatischen Preisverfall auslöste. 1990 lag der Preis pro Gramm Perle bei 6.490 Fcfp, fiel aber bis August 2003 auf nur noch 800 Fcfp.

Heute versucht die Tahiti-Perle verzweifelt, sich neu zu erfinden, doch die Jahre des Wohlstands scheinen weit entfernt. Viele Farmen haben ihre Tore geschlossen, zurückgeblieben sind Ruinen und Hunderte verlorene Arbeitsplätze. Dennoch halten einige Familienbetriebe durch, genährt von der Hoffnung auf eine Renaissance, unterstützt durch die Larvenkollektion.

Ein Besuch bei der Temotu Perles Farm, die von Michel Grillot in der Nähe der Pension Poerani Nui betrieben wird, zeigt diese kleinen Familienbetriebe, die trotz aller Schwierigkeiten weitermachen. Die Zahl der implantierten Muscheln ist zurückgegangen, doch der Pioniergeist, der einst den Ruhm der Perlenzucht begründete, lebt weiter. Trotz aller Widrigkeiten bleibt die Qualität der Produkte hoch, und die Preise sind attraktiv.

Diese Reise in die Welt der Perlenzucht auf Manihi ist eine faszinierende Zeitreise in die Geschichte einer Industrie im Niedergang, die dennoch Hoffnung birgt. Sie spricht Abenteurer und Entdecker an und erinnert an die Erzählungen großer Forscher wie Henry de Monfreid, dessen Expeditionen am Roten Meer und am Horn von Afrika die Geschichte der Perlensuche prägten.

Samstag 27 Januar 2018

Arutua: Die Wiedergeburt der Perlenindustrie durch das Zeugnis von Steve Pommier


Arutua, mit seinen 80 Perlenzüchtern, gehört zu den Regionen, in denen die Produktion wieder an Dynamik gewinnt. Unter diesen Produzenten sticht Steve Pommier, seit mehr als 20 Jahren erfahrener Perlenzüchter, durch seine beeindruckenden Leistungen hervor.

Auf seiner Perlenfarm in Arutua gelingt es Steve Pommier und seinem Team von 30 Mitarbeitern, fast 300.000 Perlen pro Jahr zu produzieren. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter angesichts der Schwierigkeiten, mit denen der Sektor in den letzten Jahren konfrontiert war. „Es geht seit zwei Jahren besser“, erklärt er und hebt die Verbesserungen hervor, die trotz der schwierigen Vergangenheit erzielt wurden.

Die Perlenbranche durchlief ab 2008 eine tiefe Krise, geprägt von einem Rückgang der internationalen Nachfrage und einem Preisverfall. Hinzu kamen Probleme bei der Beschaffung von Austern, insbesondere auf dem Atoll Takaroa, was die Produktion zusätzlich belastete. Seit 2016 scheint sich die Situation jedoch zu erholen, mit einer leichten Zunahme der genutzten Flächen und der Zahl der Produzenten.

Steve Pommier betont, dass er nicht nur hochwertige Perlen produziert, sondern auch Perlen geringerer Qualität, die zwar nicht den strengsten Kriterien entsprechen, aber ebenfalls einen Absatzmarkt finden. Derzeit sind etwa 70 % seiner Produktion für den Export bestimmt, hauptsächlich nach Japan und China – die Hauptakteure des globalen Perlenmarktes. Da die Nachfrage das Angebot übersteigt, sind die Preise gestiegen und bieten den Produzenten neue Chancen.

Der Preis für die Perlen von Steve Pommier liegt heute bei 800 Fcfp pro Gramm, also etwa 1.200 Fcfp pro Perle. Dieser Tarif spiegelt den Preisanstieg der letzten anderthalb Jahre wider und zeugt von der Erholung des Marktes. Um ausländische Käufer anzulocken, bleibt die Qualität der Arbeit entscheidend. Das Pfropfen, das etwa 50 % des Produktionsprozesses ausmacht, ist ein Schlüsselschritt, und Steve betont die Bedeutung der Ausbildung qualifizierter Pfropfer, um ein hochwertiges Produkt zu gewährleisten. „Wir bilden unsere eigenen Pfropfer aus. Früher hatten wir acht Einheimische ausgebildet, aber nur einer arbeitet noch auf unserer Farm. Die anderen sind nach Papeete zurückgekehrt. Man muss eben bereit sein, in den Tuamotu zu leben, wenn man sich auf dieses Abenteuer einlässt. Deshalb haben wir chinesische Pfropfer eingestellt, die härter im Nehmen sind und auf die man sich verlassen kann“, erklärt er.

Heute betrachtet Steve Pommier Rikitea und Arutua als die beiden größten Perlenproduktionszentren in Polynesien, mit 80 Produzenten allein auf Arutua. Diese positive Dynamik lässt auf eine vielversprechende Zukunft für die lokale Perlenindustrie hoffen.

Freitag 10 November 2017

Perlenforum: Aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven


Diese Veranstaltung markiert einen entscheidenden Moment für die lokale Perlenzucht und konzentriert sich auf drei Hauptthemen: die Förderung der Tahiti-Zuchtperle, den Umweltschutz und die Verbesserung der Pfropftechniken.

Über zwei Tage hinweg bot das Forum verschiedenen Rednern – Produzenten, Entscheidungsträgern und Wissenschaftlern – die Möglichkeit, ihre Standpunkte vor einem interessierten Publikum auszutauschen. Die Diskussionen gliederten sich um drei große Achsen: die Aufwertung der Tahiti-Zuchtperle, Strategien für eine nachhaltige und umweltfreundliche Perlenzucht sowie neue Pfropftechniken zur Verbesserung der Perlenqualität.

Tearii Alpha, Minister für die Entwicklung der Primärressourcen, eröffnete das Forum und betonte die Bedeutung einer klaren Perlenstrategie. Er rief zu einer koordinierten Zusammenarbeit auf, um gemeinsame Ziele zu erreichen, und unterstrich die Notwendigkeit, die Lagunen zu schützen – eine Grundvoraussetzung für die Einführung einer ökologisch verantwortlichen Perlenzucht. Die Regierungsstrategie basiert auf einer Qualitätsproduktion, dem Schutz der Ökosysteme und der genetischen Vielfalt, der Regulierung der Brutstätten, einer besseren Organisation der Vermarktung und der Schaffung eines Zertifizierungslabels.

Auch die Qualität der Perlen stand im Mittelpunkt der Diskussionen, insbesondere die Überwachung der Kernperlen (Nukleus), die ein entscheidendes Element in der Produktion darstellen. Tearii Alpha erinnerte daran, dass die Qualität der Perlen direkt von der Qualität der verwendeten Nuklei abhängt – ein zentraler Punkt für die langfristige Nachhaltigkeit der Industrie.

Die Perlenexporte verzeichneten laut dem Institut d'émission des outremers (IEOM) im Jahr 2016 einen Rückgang von 14,4 % in der Menge und 12,9 % im Wert. Tearii Alpha relativierte jedoch diese Zahlen und wies darauf hin, dass die Tahiti-Perle trotz dieses Rückgangs nach wie vor die zweitwichtigste Exportressource Französisch-Polynesiens ist, mit einem Anteil von 35 % an den Exporterlösen, direkt hinter dem Tourismus.

Schließlich wurde das Gesetz von 2017 über die Regulierung der Perlen- und Muschelaktivitäten hervorgehoben. Es zielt darauf ab, die Rückverfolgbarkeit der Produkte zu verbessern und Produktionsquoten pro Hektar einzuführen. Diese Gesetzgebung soll eine strengere Verwaltung des Sektors gewährleisten – von der Produktion bis zum Export – um ein nachhaltiges und stabiles Wachstum der Perlenindustrie zu sichern.

Dienstag 30 August 2016

Blaue Wirtschaft in Polynesien: Ein Maritimer Gigant im Werden


Doch laut einer aktuellen Studie des IEOM bleibt das wirtschaftliche Potenzial dieses riesigen Meeresgebiets weitgehend ungenutzt.

Aktueller Stand der Blauen Wirtschaft

Im Jahr 2015 erwirtschaftete die blaue Wirtschaft Polynesiens einen gemeldeten Umsatz von 39 Milliarden Fcfp, doch das IEOM schätzt, dass die tatsächliche Zahl näher bei 47 Milliarden Fcfp liegen dürfte. Trotz dieser enormen maritimen Ressourcen bleibt die wirtschaftliche Nutzung bescheiden – gehemmt durch verschiedene strukturelle Hindernisse.

Transport und Handel als Wachstumsmotor

Der Seeverkehr stellt den Hauptmotor dieser Wirtschaft dar und macht allein ein Viertel des Gesamtumsatzes aus, also rund 10 Milliarden Fcfp pro Jahr. Dieser Sektor bleibt eine tragende Säule, die sowohl den interinsularen Handel als auch den internationalen Austausch stützt.

Aquakultur: Ein schlafendes Potenzial

Die Aquakultur weist ein weitgehend unerschlossenes Potenzial auf. Während ihr Umsatz 2015 bei 500 Millionen Fcfp stagnierte, könnte ihre Entwicklung – unter Einbeziehung von Verarbeitung und Vermarktung – 5,7 Milliarden Fcfp erreichen. Allerdings verfälscht die spezifische Buchführung von Perlenzuchtbetrieben in abgelegenen Gebieten die aktuellen Schätzungen teilweise.

Wachstum und Exportdynamik

Zwischen 2010 und 2015 verzeichneten die maritimen Sektoren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 8 %, getragen vor allem von der Fischerei und dem Schiffbau. Diese positiven Dynamiken zeigen einen klaren Weg für die Zukunft auf.

Meeresprodukte, das Flaggschiff der polynesischen Exporte, brachten 2015 10 Milliarden Fcfp ein. Parallel dazu generierte die Tourismusbranche, die eng mit dem Ozean verbunden ist, 46 Milliarden Fcfp, davon 14,4 Milliarden direkt durch maritime Aktivitäten, so die Zahlen des ISPF.

Beschäftigung und Zukunftsperspektiven

Die blaue Wirtschaft beschäftigt heute fast 4 850 Menschen. Fischerei und Perlenzucht bleiben die traditionellen Säulen, die stark in der Exportbilanz vertreten sind. Auch der Bereich der Freizeitschifffahrt und Kreuzfahrten boomt, mit 800 registrierten Booten in Polynesien im Jahr 2015.

Trotz dieser Fortschritte identifiziert das IEOM weiterhin ein großes ungenutztes Potenzial, insbesondere in der Aquakultur. Großprojekte wie die geplante Aquakulturanlage von Hao könnten die Branche in den kommenden Jahren tiefgreifend verändern.

Politische Vision

Angesichts dieser Analyse betonte der Minister für die blaue Wirtschaft, Teva Rohfritsch, die strategische Bedeutung der maritimen Wirtschaft für Polynesien. Er kündigte neue Initiativen an, um die nachhaltige Nutzung dieser unschätzbaren Ozeanressource zu maximieren.

Samstag 9 Januar 2016

Die Polynesische Perlenzucht in der Erholungsphase: Zwischen Fragiler Erholung und Erwartung auf Reformen


Laut den neuesten Zahlen des Statistikinstituts von Französisch-Polynesien (ISPF) stiegen die Exporterlöse der Perlenprodukte im Jahr 2014 um 12 % auf 8,8 Milliarden CFP-Francs und markieren damit das zweite Jahr in Folge mit Wachstum.

Dieser Aufschwung zeigt sich auch in einem Anstieg der Exportmengen um 6 %, was drei Jahre kontinuierlichen Rückgangs umkehrt. Der Durchschnittspreis der Perle beim Export liegt nun bei 1 030 Francs (+1,5 % im Vergleich zu 2013), während der Preis pro Gramm deutlicher um 6 % auf 600 Francs steigt.

Diese positiven Ergebnisse verdecken jedoch eine differenziertere Realität. Das ISPF stellt fest, dass „das Einnahmeniveau im Vergleich zu den tatsächlichen Kapazitäten des Sektors niedrig bleibt“ und dass „das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage weiterhin zugunsten der Nachfrage besteht“. Der derzeitige Stückpreis spiegelt nicht das Luxusimage wider, das mit der schwarzen Tahiti-Perle verbunden ist, der nach dem Tourismus wichtigsten Eigenressource Französisch-Polynesiens.

„Wir warten ungeduldig auf das neue Gesetz über Perlenprodukte, das ursprünglich für Ende 2015 geplant war und sich heute in der Schwebe befindet“, beklagt Aline Baldassari, Präsidentin der Tahitian Pearl Association of French Polynesia (TPAFP). Sie betont die Dringlichkeit einer regulatorischen Reform, die insbesondere eine Erfassung der Perlen bereits beim Verlassen des Wassers ermöglichen soll – und nicht nur beim Export –, um repräsentativere Statistiken über die tatsächliche Produktion zu erhalten.

Im Jahr 2014 erstreckte sich die Produktion von Zuchtperlen über 25 polynesische Inseln, mit 561 maritimen Konzessionen, von denen 435 im Tuamotu-Archipel lagen. Diese komplexe handwerkliche Tätigkeit, für die eine zweijährige Ausbildung zum Perlengreifer erforderlich ist, stellt ein einzigartiges Know-how dar – die einzige Greiferschule weltweit befindet sich übrigens in Rangiroa.

Auch wenn die wirtschaftliche Erholung der Branche gut eingeleitet ist, warten die Fachleute nun auf einen erneuerten Rechtsrahmen, um diese Dynamik zu festigen und der schwarzen Tahiti-Perle ihren vollen Wert auf den internationalen Märkten zurückzugeben.

Donnerstag 15 Oktober 2015

Französisch-Polynesien: Steigende Importe, Rückläufige Exporte – Die Schwarze Perle im Fokus


Während die Importe leicht um 1,5 % zulegen, brechen die Exporte massiv ein – stark belastet durch die Krise im Perlensektor.

Der Rückgang ist besonders dramatisch bei Perlenprodukten, mit einem Minus von 58 % gegenüber August 2022. Dieser Einbruch ist teilweise auf saisonale Faktoren zurückzuführen, bestätigt jedoch vor allem einen besorgniserregenden Trend: Seit Jahresbeginn sind die Perlenexporte um 20,7 % zurückgegangen.

Im Gegensatz dazu halten andere Exportsektoren ihr Niveau. Fischerei, Noni, Kopra und Monoi bleiben stabil, auch wenn Noni im August einen leichten Rückgang verzeichnet.

Importe auf Erholungskurs Bei den Importen ist die Erholung in mehreren Bereichen deutlich spürbar: +7 % bei den Vorleistungsgütern, +19 % bei den Investitionsgütern und ein spektakuläres +52 % bei Automobilen. Allerdings ist ein starker Rückgang von 23 % bei Mineralölprodukten zu verzeichnen, eine direkte Folge der anhaltend niedrigen Weltmarktpreise. Seit Januar zeigt sich insgesamt ein Aufwärtstrend bei den Importen – mit der bemerkenswerten Ausnahme des Energiesektors.

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