Hongkong: Das vielversprechende Comeback der Perlenzucht
Von Sandrine, Donnerstag 6 Juni 2019 um 22:23 :: Marketing
Vor der Ostküste Hongkongs lassen eine Handvoll Enthusiasten eine fast vergessene Tradition wieder aufleben. Yan Wa-tat, ehemaliger Banker und heutiger Forscher, verkörpert diese Wiedergeburt.
Auf einem schwimmenden Floß reinigt er geduldig die Schalen seiner 2 000 Akoya-Perlenaustern – in der Hoffnung, eine einst blühende Industrie in der Region wiederzubeleben.
Bis in die 1980er-Jahre war die Perlenzucht ein fester Bestandteil der lokalen Wirtschaft. Doch Überfischung, Umweltverschmutzung und ausländische Konkurrenz führten zu ihrem Zusammenbruch. Heute kombiniert Yan traditionelles Wissen mit wissenschaftlicher Innovation, um diesen Trend umzukehren.
Er arbeitet an der Entwicklung einer bahnbrechenden Technologie: eines RFID-Chips, der in den implantierten Kern der Muschel eingesetzt wird und es ermöglicht, die Entwicklung der Perle zu verfolgen, ohne die Auster zu stören. Diese Innovation könnte die Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit in der Perlenindustrie revolutionieren.
Yans Wagnis scheint Früchte zu tragen. Im vergangenen März erntete eine Gruppe von Fischern, die sich von seiner Initiative inspirieren ließ, erstmals seit Jahrzehnten wieder lokal gezüchtete Akoya-Perlen. Leung Kam-ming, einer von ihnen, besitzt heute 30 000 Austern und sieht eine vielversprechende Zukunft für diesen Sektor.
Doch eine Herausforderung bleibt: das mangelnde Interesse der jungen Generation. Von den tausend Fischereiflößen in den Gewässern Hongkongs sind 90 % ungenutzt. Yan Wa-tat hofft, mit seinem Ansatz neue Berufungen zu wecken, indem er beweist, dass diese handwerkliche Tätigkeit rentabel und nachhaltig sein kann.
Mit Leidenschaft, Geduld und einem Hauch Technologie könnte Hongkong schon bald wieder ein bedeutender Name in der prestigeträchtigen Welt der Perle werden.
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