Die neuesten Informationen ĂĽber die Perlenzucht auf Tahiti

Sonntag 23 Oktober 2016

Papeete: Das Erste Perlenforum Weist den Weg zu Strengerer Regulierung und einer Nachhaltigen Zukunft


Organisiert auf Initiative der Tahitian Pearl Association of French Polynesia (TPAFP), unter dem Vorsitz von Aline Baldassari-Bernard, und mit UnterstĂĽtzung der CCISM und von Air Tahiti Nui, brachte diese Veranstaltung fast hundert Fachleute der Perlenbranche zusammen.

Während zweier intensiver Tage traten acht Referenten auf, um wesentliche Themen zu behandeln – von Forschung und Entwicklung über die sanitäre und ökologische Überwachung bis hin zum Perlenhandel. Der nordamerikanische Markt stand besonders im Mittelpunkt, dank der Teilnahme des renommierten amerikanischen Gemmologen Étienne Perret.

In seiner Abschlussrede stellte Teva Rohfritsch die Eckpunkte des Projekts zur Reform des Perlen-Sektors vor. Er betonte die Notwendigkeit einer verstärkten Regulierung der Produktion durch die Einführung nationaler Quoten, die Anpassung der Klassifikationen an internationale Standards, eine bessere Überwachung der Akteure der Branche sowie die Integration nachhaltiger Praktiken wie den Schutz der Lagunen und das Recycling von Abfällen.

Diese ehrgeizige Reform zielt darauf ab, die Perlenindustrie Französisch-Polynesiens zu modernisieren und gleichzeitig ihre Beständigkeit angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen zu sichern.

Das Perlenforum bot somit eine wertvolle Plattform für den Austausch, ermöglichte es den Fachleuten, Ideen zu teilen, neue Innovationsansätze zu erkunden und sich gemeinsam für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft der polynesischen Perlenindustrie zu engagieren.

Freitag 21 Oktober 2016

Forum der Perle: Der amerikanische Gemmologe Étienne Perret feiert die einzigartige Schönheit der Tahiti-Perle


Als anerkannter Spezialist und Liebhaber der Tahiti-Perle teilte dieser erfahrene Juwelier seine Bewunderung für dieses emblematische Juwel und betonte gleichzeitig die Bedeutung einer besseren Wertschätzung auf den internationalen Märkten.

Begegnung mit Étienne Perret

Warum sind Sie nach Tahiti und zum Forum der Perle gekommen?
„Dies ist mein erster Besuch in Tahiti, und ich bin überwältigt von der Schönheit des Landes. Für mich ist es entscheidend, den Ursprung der Produkte zu kennen, mit denen ich arbeite. Den Produktionsprozess zu verstehen und daran teilzunehmen, ist weitaus befriedigender, als einfach nur Umsätze zu machen.“

Seit wann arbeiten Sie mit Perlen?
„Ich begann 1974 mit der Herstellung von Schmuck, hauptsächlich unter Verwendung kleiner japanischer Perlen. Damals waren die Perlen aus Tahiti und Südostasien noch wenig verbreitet.“

Warum haben Sie sich entschieden, mit der Tahiti-Perle zu arbeiten?
„Ich war schon immer von Perlen fasziniert. Anfangs war die Tahiti-Perle wegen ihres hohen Preises unerschwinglich. Mit der Zeit wuchs mein Unternehmen, die Preise stabilisierten sich, und heute wähle ich dank der Vielfalt der verfügbaren Farben Tahiti-Perlen aus, die zu den Designs und dem Geschmack meiner Kunden passen.“

WorĂĽber haben Sie beim Forum der Perle gesprochen?
„Ich habe Verkaufsstrategien für Schmuck und Perlen auf dem amerikanischen Markt geteilt und dabei die verschiedenen Vertriebskanäle sowie deren Vor- und Nachteile erläutert. Mein zweiter Beitrag befasst sich mit der Konkurrenz und den Möglichkeiten, die Tahiti-Perle als erste Wahl beim Schmuckkauf zu positionieren.“

Ist die Konkurrenz anderer Perlen eine Bedrohung fĂĽr die Tahiti-Perle?
„Ja, insbesondere durch chinesische Perlen, die die Verkäufe beeinträchtigen. Angesichts der hohen Produktionskosten und der komplexen Exportvorschriften ist es schwierig, auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein.“

Welche Botschaft möchten Sie den Fachleuten der polynesischen Perlenzucht übermitteln?
„Man muss weiterhin den Traum von Tahiti verkaufen – eine Anziehungskraft, die über Generationen aufgebaut wurde. Die Förderung von Polynesien ist der Schlüssel, um das Image und die Nachfrage nach der Tahiti-Perle zu stärken. Ebenso wichtig ist es, die jungen Generationen zu begeistern, damit sie Tahiti in ihre Vorstellungskraft und ihren Alltag integrieren.“

Donnerstag 20 Oktober 2016

Ein Neuer Praxisleitfaden zur UnterstĂĽtzung der polynesischen PerlenzĂĽchter bei der nachhaltigen Nutzung der Perlauster


Dieses gemeinschaftliche Projekt, das in Zusammenarbeit mit zahlreichen wissenschaftlichen Partnern erarbeitet wurde, stellt einen bedeutenden Fortschritt bei der Weitergabe von Wissen an die PerlenzĂĽchter dar.

Nabila Gaertner-Mazouni, Professorin für Meeresökologie an der Universität von Französisch-Polynesien und Mitglied der Unité Mixte de Recherche « Écosystèmes Insulaires Océaniens » (UMR-EIO), betont, dass das Ziel darin bestand, wissenschaftliche Erkenntnisse zu popularisieren, um sie zugänglich und direkt auf dem Feld anwendbar zu machen.

Das Ergebnis mehrjähriger Arbeit im Rahmen des Forschungsprogramms Polyperl, das von der französischen Forschungsförderungsagentur (ANR) finanziert wurde, würdigt dieser Leitfaden die kollektive Anstrengung und bietet den Perlenzüchtern, die eng in die Forschungsarbeit eingebunden waren, einen konkreten Nutzen.

Die Publikation, die aus rund dreißig praxisnahen Informationsblättern besteht, behandelt alle wesentlichen Aspekte der Perlenzucht: Vorstellung der Branche, administrative Schritte, um Produzent zu werden, Gesundheitsüberwachung, Sicherheit beim Tauchen, Abfallmanagement, Kollektage, Aufzucht der Perlaustern, das Greifen – eine Schlüsselphase der Perlenproduktion – sowie eine sozioökonomische Analyse des Sektors.

„Wir geben Empfehlungen und klären bestimmte regulatorische Punkte, ohne jemals Verpflichtungen aufzuerlegen“, betont Nabila Gaertner-Mazouni. Der Leitfaden richtet sich an alle Fachleute der Branche, wird demnächst auf den Inseln verteilt und an die Teilnehmer des Forums der Perle überreicht, das heute in der CCISM von Papeete eröffnet wurde.

Mittwoch 19 Oktober 2016

Genetische Selektion: Eine stille Revolution zur Veredelung der Tahitiperlen


Dieser Fortschritt verspricht, die polynesische Perlenzucht grundlegend zu transformieren.

Veröffentlicht im Juli 2016 in der Fachzeitschrift Animal Genetics, beleuchtet die Studie den Einfluss seltener biologischer Merkmale – wie rote oder weiße Schalen oder orangefarbenes Fleisch – auf die Farbe und den Glanz der Perlen, beides entscheidende Kriterien für deren Qualität.

Die Perlenzucht bildet das eigentliche Rückgrat der lokalen Wirtschaft, mit über 500 Produzenten, 1 300 direkten Arbeitsplätzen und einem Anteil von 70 % an den polynesischen Exporten. In diesem Bewusstsein arbeiteten die Wissenschaftler von Ifremer eng mit den Produzenten zusammen, um Austern mit ungewöhnlichen Merkmalen zu sammeln. Diese Exemplare wurden anschließend im Labor künstlich gekreuzt, um die genetische Weitergabe ihrer einzigartigen Eigenschaften zu untersuchen.

Der Artikel hebt eine direkte Korrelation zwischen der Farbe der Austernschale und der Farbe der produzierten Perle hervor. Parallel dazu untersuchten die Forscher das Vorkommen dieser selten gefärbten Austern in mehreren polynesischen Atollen. In Mangareva etwa ist die Konzentration der wildlebenden Austern mit orangefarbenem Fleisch besonders hoch.

Die genetische Selektion von Pinctada margaritifera, der emblematischen Perlauster Französisch-Polynesiens, eröffnet somit völlig neue Perspektiven für die Branche. Dank der Expertise von Ifremer in der Zootechnik zeichnet sich eine „moderne Perlenzucht“ ab, die den lokalen Produzenten neue Werkzeuge bietet, um sich auf den internationalen Märkten zu differenzieren.

Dienstag 18 Oktober 2016

Perlenforum: Polynesien mobilisiert sich, um seinen Lagunenschatz zu retten


Ein entscheidendes Treffen, um die treibenden Kräfte der Branche zu vereinen und die Öffentlichkeit für die strategische Bedeutung der Perlenzucht zu sensibilisieren.

Angesichts einer besorgniserregenden Abwertung der Perle und der Zunahme von Straßenständen warnt Aline Baldassari, Präsidentin der TPAFP, vor der aktuellen Lage des Sektors. Das Forum markiert einen neuen Schritt in den Bemühungen, das Image der Tahitiperle zu restaurieren und diesem symbolträchtigen Reichtum seinen einstigen Glanz zurückzugeben.

Internationale Expertise und neue Strategien

Zu den prominenten Gästen gehört der amerikanische Gemmologe Etienne Perret, der seine Expertise über den nordamerikanischen Markt teilen und konkrete Ansätze zur Steigerung der Vermarktung polynesischer Perlen vorstellen wird. Ein mit Spannung erwarteter Beitrag für Fachleute, die nach neuen Promotionsstrategien suchen.

Forschung, Technik und Nachhaltigkeit

Das Programm des Forums beleuchtet außerdem zentrale technische und wissenschaftliche Themen: Forschung und Entwicklung in der Perlenzucht, Kontrolle von Farbe und Größe der Perlen sowie Initiativen der CCISM. Ein umfassender Überblick, der die globalen Herausforderungen der Branche greifbar macht.

Nabila Gaertner-Mazouni, Professorin an der Universität von Französisch-Polynesien, wird die enge Verbindung zwischen Lagunen-Ökosystemen und der Qualität der Perlen hervorheben. Sie betont, dass der ökologische Schutz inzwischen ein zentrales Thema für die Zukunft des Sektors ist.

Politische Weichenstellungen

Den Abschluss des Forums bildet der Auftritt von Teva Rohfritsch, Minister für die Blaue Wirtschaft, der die Eckpunkte der geplanten regulatorischen Reform vorstellen wird. Ein leidenschaftlicher Appell zur Modernisierung der polynesischen Perlenzucht und zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf der internationalen Bühne.

Samstag 15 Oktober 2016

Polynesische Perlenzucht: Historische Reform zur Strukturierung der Produktion und zum Schutz der Lagunen


Das erklärte Ziel: die Produktion zu strukturieren, die Qualität der Perlen zu garantieren und ihre Rückverfolgbarkeit von der Brutstätte bis zum Export sicherzustellen.

Trotz eines Anstiegs der Produktion steht die Branche seit 25 Jahren vor einem Preisverfall, der fast 3 000 Arbeitsplätze bedroht. Ein Drittel der Betriebe hat in den letzten acht Jahren schließen müssen – ein deutliches Signal für die Dringlichkeit entschlossener Maßnahmen.

Quoten, RĂĽckverfolgbarkeit und Schutz der Lagunen

Die Reform sieht die EinfĂĽhrung nationaler Produktionsquoten vor, die auf die einzelnen Betriebe verteilt werden. Die produzierten Perlen mĂĽssen registriert werden, und jede Ăśberproduktion wird vom Verkauf ausgeschlossen, um sowohl die Gesundheit der Lagunen als auch den Wert des Produkts zu bewahren.

Teva Rohfritsch, Minister für die Blaue Wirtschaft, ordnet diese Initiative in eine Logik der nachhaltigen Entwicklung ein. Die Quoten sollen an die ökologischen Besonderheiten jeder Lagune angepasst werden, und die Bedingungen für die Nutzung des öffentlichen Raums werden verschärft, um die Wiederherstellung der Standorte und das Abfallmanagement vorzuschreiben.

Ende der Kategorie "Aussortierte Perlen"

Eine weitere Neuerung: Der Begriff der "abgelehnten Perlen" wird abgeschafft. Alle Perlen können nun verwertet werden, insbesondere in der Kunsthandwerks- und Schmuckbranche, ohne dass eine Mindestdicke der Perlmuttschicht vorgeschrieben ist – fakultative Zertifizierungen bleiben jedoch möglich.

Kampf gegen illegale Praktiken

Produzenten, Händler und Einzelhändler dürfen ihre Perlen nicht mehr ohne Genehmigung an Dritte weitergeben. Der Kauf von Nukleus wird streng überwacht, und Händler sind verpflichtet, ein Register zu führen.

Umsetzung ab Januar

Das Projekt wurde bereits vom Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrat genehmigt und wird der Versammlung zur Abstimmung vorgelegt, um ab Januar in Kraft zu treten. Als Resonanz auf diese historische Reform organisiert die Tahitian Pearl Association of French Polynesia am 20. und 21. Oktober im CCISM das Forum der Perle – einen öffentlichen Raum zum Austausch und zur Diskussion über die Zukunft der polynesischen Perlenzucht.

Samstag 1 Oktober 2016

Takume in Alarmbereitschaft: PerlenzĂĽchter ziehen vor Gericht nach Verdacht auf Einschleppung kranker Muscheln


Am Donnerstagabend traf eine Probe verdächtiger Muscheln, die am 9. September illegal ausgesetzt worden waren, in Tahiti ein. Sie wurde vom Gerichtsvollzieher Me Elie entgegengenommen, um in den Laboren des IFREMER analysiert zu werden. Hinter dieser Initiative stehen der Perlenzüchter Tavivi und sein Cousin Teiva Manutahi, die ebenfalls den Staatsanwalt eingeschaltet haben.

Der Vorfall am Flughafen

Nach drei Stunden Wartezeit am Flughafen Tahiti Faa'a konnten die beiden Männer eine Kühlbox mit den potenziell kontaminierten Muscheln entgegennehmen, die ohne Genehmigung von Raroia transportiert worden waren. Bei der Öffnung der versiegelten Box stellte Me Elie einen starken, fauligen Geruch sowie sichtbare Anomalien an den Muscheln fest.

Erhöhte Besorgnis der Perlenzüchter

Teiva Manutahi spricht von einer Gefährdung der Lagune von Takume und der gesamten lokalen Perlenzuchtindustrie. Nach seinen Aussagen ist es das erste Mal seit 30 Jahren, dass kranke Muscheln in der Lagune beobachtet wurden – eine Situation, die von den Fachleuten als äußerst alarmierend eingestuft wird.

Die betroffenen Muscheln zeigten ungewöhnliche schwarze Flecken und auffällige Deformationen. Angesichts dieser klaren Krankheitsanzeichen betont Tavivi die Bedeutung verlässlicher wissenschaftlicher Ergebnisse des IFREMER, um die Vorwürfe zu untermauern und eine gerichtliche Untersuchung einzuleiten.

Schutz der Umwelt und rechtliche Schritte

Das Vorgehen der Perlenzüchter zielt nicht nur darauf ab, ihre Umwelt zu schützen, sondern auch die Öffentlichkeit auf die Gefahren unkontrollierter Einführungen in fragile Ökosysteme aufmerksam zu machen. Der weitere Verlauf der Angelegenheit hängt nun von den Laboranalysen und einer möglichen Intervention des Staatsanwalts ab.

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