Schließung der Maison de la Perle: Ein bitteres Scheitern nach nur 3 Jahren Bestehen
Von Sandrine, Donnerstag 3 Oktober 2013 um 10:55 :: Wirtschaft
Letzte Prüfung der Bilanzen an diesem Donnerstag in der polynesischen Versammlung vor der endgültigen Liquidation.
Das Urteil ist gefallen. Die Maison de la Perle, Symbol der perlenwirtschaftlichen Ambitionen Polynesiens, wird am 1. Dezember endgültig ihre Türen schließen. An diesem Donnerstag werden die Abgeordneten den letzten Finanzbericht prüfen – ein vernichtendes Dokument, das das Ende eines kurzen Abenteuers besiegelt, geprägt von finanzieller Verschwendung.
„Es war eine von Anfang an zum Scheitern verurteilte Struktur“, klagt ein hoher Beamter anonym. „Eine leere Hülle, die zu 90 % mit öffentlichen Geldern gefüttert wurde.“
Ein vorhersehendes finanzielles Desaster
Die Zahlen für 2012 zeigen eine kritische Situation:
- 39 Millionen Fcfp Defizit
- 128 Millionen Fcfp an öffentlichen Subventionen (92 % des Budgets)
- Nur 6,4 Millionen Fcfp an Eigenerträgen
„Das Wirtschaftsmodell war nicht tragfähig“, analysiert der Wirtschaftsprüfer Marc Teihotaata. „Man hat ein bürokratisches Monster ohne strategische Vision geschaffen.“
Vorzeigeprojekte endeten im Fiasko
Zu den spektakulären Fehlschlägen zählen:
- Die sagenumwobene amerikanische Sortiermaschine, nie geliefert trotz erheblicher Investitionen
- Das Tahiti Pearl Consortium, das mangels privater Beteiligung totgeboren blieb
- 82,7 Millionen Fcfp, verschlungen von Werbekampagnen ohne messbares Ergebnis
„Einige Ausgaben grenzen an pure Verrücktheit“, empört sich ein ehemaliger Mitarbeiter.
Massenentlassungen und beschleunigte Liquidation
Der seit August eingeleitete Auflösungsprozess umfasst:
- Entlassung von 7 Mitarbeitern zwischen Ende Oktober und November
- Neuvergabe der prestigeträchtigen Räumlichkeiten
- Überstürzter Transfer der Aufgaben an die Direktion für Meeresressourcen
„Man wirft uns weg wie Dreck, nachdem wir alles gegeben haben“, berichtet eine weinende Angestellte.
Das Ende einer staatlichen Utopie
Diese Schließung steht im Zeichen:
- des neuen Sparkurses der Regierung
- der Aufgabe unrentabler paraöffentlicher Strukturen
- der Rezentralisierung der perlenwirtschaftlichen Kompetenzen
„Die Ära der Verschwendung ist vorbei“, betont der Wirtschaftsminister. Es bleibt abzuwarten, wer nun das Erbe der internationalen Promotion der polynesischen Perlen tragen wird.
Schlüsselzahlen des Scheiterns
→ Nur 3 Jahre Existenz
→ 200 Millionen Fcfp/Jahr verschlungenes Budget
→ 0 konkret umgesetzte Projekte
→ 100 % der Angestellten entlassen
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