Die Perlenzuchtindustrie in Mikronesien könnte, sobald sie vollständig entwickelt ist, zu einer wichtigen Quelle von Exporterlösen werden. In Französisch-Polynesien hat der Export von schwarzen Zuchtperlen 1999 mehr als 100 Millionen USD eingebracht und andere ozeanische Nationen wie die Cookinseln dazu inspiriert, diesem Beispiel zu folgen.

Die mikronesischen Länder liegen jedoch weiterhin hinter ihren Nachbarn im Südpazifik zurück, vor allem weil ihre natürlichen Lebensräume nicht genügend Muscheln liefern, um die Farmen regelmäßig zu versorgen.

Ein Projekt zur Behebung des Mangels an Jungtieren

Im Jahr 2001 startete das College of Micronesia (COM) ein Projekt zur Entwicklung einer Technik zur Produktion von Jungtieren der Perlauster, um diesen Mangel auszugleichen. Das Projekt mit dem Titel „Entwicklung der Perlen-Aquakultur und des Fachwissens in Mikronesien“ wurde vom USDA und dem Office of Insular Affairs des US-Innenministeriums finanziert.

Das Ziel ist zweifach:

• Entwicklung der Perlenzuchtindustrie in Mikronesien.
• Ausbildung lokaler Fachkräfte, die diese Tätigkeit nachhaltig fortführen können.

Phase 1: Einrichtung der Brutstation und Ausbildung

Die erste Phase (Q1 2001 – Q4 2002) ermöglichte es:

• Einen australischen Experten für Perlausternbrut- und Aufzuchttechniken zu engagieren.
• Eine Brutstation in einem ehemaligen Lagerhaus in Nett Point, Pohnpei, einzurichten.
• Erste Versuche zur Aufzucht und Fütterung im Meer erfolgreich durchzuführen, wobei zehntausende Jungtiere gewonnen wurden, die sich derzeit in zwei Demonstrationsfarmen in der Wachstumsphase befinden.

Drei mikronesische Techniker wurden ausgebildet und sind nun in der Lage, ihr Wissen an mehr als 40 Auszubildende aus lokalen Gemeinschaften, Schulen und Universitäten weiterzugeben.

Phase 2: Auf dem Weg zur Perlenproduktion

Die zweite Phase, die 2003 begann, umfasst Bewertungen und technische Demonstrationen zur Vorbereitung der Perlenproduktion und des Managements der Tätigkeit.

Die wichtigsten Komponenten sind:

• Ausweitung der Schulungen in Brut- und Aufzuchttechniken mit Wissenstransfer an eine zweite Generation von Technikern.
• Versuche zur Perlenproduktion und Bewertung der Grefftechniken.
• Einführung von Managementmodellen für die Perlenindustrie in Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen und den öffentlichen Behörden.